Die Hochphase der Privatisierungen fand in den 1990er und 2000er Jahren statt (Müller/Spars 2012: 329f.; Vollmer/Schönig 2018: 190). Zahlreiche Immobilien und Wohnungen wurden gebündelt und zu sehr niedrigen Preisen – auch ‚en-bloc-Verkäufe‘ genannt – an Privatpersonen und private Firmen verkauft (ebd.: 190; Vollmer 2022: 401). In den 2000er Jahren professionalisierte sich das Geschäft mit den Immobilien und internationale Investor*innen traten immer häufiger als Käufer*innen auf. Im Zeitraum zwischen 1999 und 2011 privatisierten die Kommunen ca. 385.000 Wohnungen in Portfolios, die jeweils mindestens 800 Wohnungen umfassten (Müller/Spars 2012: 329f.). Diese Privatisierungen entfalteten eine zentrale Bedeutung für die städtischen Wohnungsmärkte, weil sie die Weichen für die Entstehung eines finanzialisierten Sektors stellten (Vollmer/Schönig 2018: 190).
Vollmer, Lisa/Schönig, Barbara (2018): Wohnungsnot gestern und heute. In: Informationen zur Raumentwicklung 2018(4), S. 8–21.
Vollmer, Lisa (2018): Strategien gegen Gentrifizierung. theorie.org. Stuttgart: Schmetterling Verlag.
Vollmer, Lisa (2022): Wohnungsfrage und Mieter:innenbewegung in der kapitalistischen Stadt. In: Ivanova, Mirela/Thaa, Helene/Nachtwey, Oliver (Hrsg.): Kapitalismus und Kapitalismuskritik. Frankfurt/New York: Campus Verlag, S. 387–411.
Müller, Anja/Spars, Guido (2012): Auswirkungen von Wohnungsverkäufen auf die Stadtentwicklung, Forum Wohnen und Stadtentwicklung (6). S. 329–332.
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